Interview mit Herrn Kindler
Projekt "Klasse" der Klasse 8a, 25.11.2010
Melike: Warum sind sie eigentlich Lehrer oder Rektor geworden?
Kindler: Ich wollte Lehrer, bzw. Rektor werden, weil mir die Arbeit mit Kindern gefällt und weil ich gerne jungen Menschen helfen will. Außerdem gefällt mir die zeitliche Flexibilität an dem Beruf.
Melike: Wie lange arbeiten sie schon als Lehrer?
Kindler: 10 Jahre arbeitete ich als Lehrer in den Jahrgangstufen 5-10. Allerdings fing mein Dienst 1986 in der Grundschule an. Im ersten Jahr unterrichtete ich in einer 2. Klasse. 1996 bekam ich ein Angebot, für 5 Jahre als pädagogischer Mitarbeiter im Kultusministerium zu arbeiten. Ich war dort u.a. für die Lehrerfortbildung und die Zulassung von Grund- und Hauptschulbüchern zuständig.
Deniz: Sind sie schon in einer anderen Schule Rektor gewesen?
Kindler: Ja, ich arbeitete zuletzt 9 Jahre lang an der Hauptschule in Schweitenkirchen/Paunzhausen als Rektor.
Deniz: Was wollen sie an unserer Schule verändern?
Kindler: „An dieser Schule funktioniert nahezu alles ziemlich gut. Ich muss mir zuerst den Schulbetrieb noch eine Weile anschauen, wie die Lehrer und Schüler hier zusammenarbeiten, um zu erfahren, was ich verändern möchte. Im Moment fühle ich mich eher wie ein Erstklassler als Rektor.
Benjamin: Welche Kenntnisse und Fähigkeiten braucht ein Rektor für seinen Beruf?
Kindler: Man braucht auf jeden Fall viel Fachwissen, man muss gut mit Menschen umgehen können und man braucht viel Geduld mit anderen und mit sich selbst. Außerdem braucht man Organisationstalent, den ich muss ja Stundenpläne erstellen, Zeugnisse verwalten und mich nach Verwaltungsvorschriften richten.
Benjamin: Was macht Ihnen an Ihrem Job am meisten Spaß?
Kindler: Zum einen die Abwechslung in meiner Tätigkeit: Gespräche, Arbeit am Computer, Planung, Sitzungen, Unterrichten. Zum anderen: Der Kontakt mit sehr unterschiedlichen Menschen: Schüler der Jahrgangstufen 1-10, Eltern, Verwaltungsbeamte, Lehrer, Kirche…
Dominik: Was war Ihre schlimmste Erfahrung als Rektor?
Kindler: Es ist schlimm, von Schülern angleogen zu werden. Noch schlimmer ist es für mich, wenn Eltern oder Lehrer lügen. Das ist dann ein sehr schlimmer Vertrauensbruch, das ist wie eine Watschn und zieht mir den Boden unter den Füßen weg. Ein schlimmes Erlebnis war, als Schüler in Schweitenkirchen den Keller fluteten.
Dominik: Wie alst sind Sie?
Kindler: Ich bin 1960 geboren, also schon 50 Jahre alt. Allerdings fühle ich mich jünger.
Vinzent: Was war Ihr Traumberuf, als Sie in der 8. Klasse waren?
Kindler: lacht, „Ich wollte Skirennläufer oder Handwerker (Schreiner oder Schlosser) werden. Aber eigentlich wusste ich es noch nicht so recht. Ich bewundere euch, dass ihr bereits in der 8. Klasse anfangt, euren Beruf zu wählen und Bewerbungen schreibt.
Vinzent: Wieviele Verweise haben Sie in Ihrem Leben schon vergeben und wie viele bekamen Sie selbst?
Kindler: Ich vergab nicht so arg viele als Rektor, ca. zwei verschärfte Verweise pro Schuljahr. Als Lehrer vergab ich schon viel mehr Verweise. Ein Schüler hatte zum Beispiel bis zum Halbjahreszeugnis bereits 13 Verweise.
Ich selbst bekam insgesamt 2 Stück. Einen bekam ich wegen dem beliebten Schneeballwerfen und den 2. Bekam ich, weil ich in der 10.Klasse die Klassenzimmertüre von innen zuhielt und ein Lehrer das Zimmer deshalb nicht betreten konnte.
Vinzent: Vielen Dank für das Gespräch!